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Wenn ich nur darf, wenn ich soll,
aber nie kann, wenn ich will,
dann mag ich auch nicht, wenn ich muss.

Wenn ich aber darf, wenn ich will,
dann mag ich auch, wenn ich soll,
und dann kann ich auch, wenn ich muss.

Denn schließlich:
Die können sollen, müssen wollen dürfen!
(Graffitti in Berlin 1989)

Pferde sind wunderschön und sie beherschen von Natur aus die Fähigkeit
die Lektionen auszuführen, die der Mensch sich von ihm wünscht.
Ob Hohe Schule oder eine gesunde Dehnungshaltung, wie sie Rivaldo oben zeigt.
Der Mensch ist es, der lernen muss, die richtigen Hilfen, in der Sprache des Pferdes zu finden
und sein Pferd so von sich zu begeistern, dass es motiviert gerne mit uns arbeiten möchte.


In den 'GAMES' geht es NICHT um ein Dominanztraining und NICHT um die Unterwerfung des Pferdes.
All diese Spiele basieren auf einer Kommunikation mittels Körpersprache, Engerie und Gedanken,
einem Belohnungslernen über positive Verstärkung und pferdgerechten Absichten!
Die freiwillige und vorallem freudige Mitarbeit von Rivaldo sind die Grundvoraussetzung;
das selbstständige Denken und Entwickeln von 'Lektionen' das Ziel.
Sie heissen absichtlich 'GAMES', denn die spielerische Unbeschwertheit, Erhalt der Leichtigkeit
Freude und der Spaß für BEIDE SEITEN ist uns dabei das Wichtigste!
Es geht NICHT um ein "weichen", ein "schicken", ein schneller oder schlauer sein,
sondern um ein 'Enrichment-Program', indem beide Teile voneinander profitieren.
Das freie Arbeiten und Zusammensein, die Arbeit am Boden fördern die Talente von Mensch und Pferd,
ein harmonisches Miteinander und helfen der Entwicklung beider Persönlichkeiten.

Der Mensch kann vom Pferd Authentizität, Kongruenz, echte Führungskompetenz, vorallem durch Dienen -
und verantwortungsbewusstes Handeln im Sinne der Gemeinschaft lernen,
denn all das sind Dinge, die Pferden wirklich wichtig sind und genau das ist "ihre Sprache" -
und ganz nebenbei sind all diese Tugenden nicht nur dem Pferd wichtig,
auch in der menschlichen Welt werden sie uns weiter bringen und letztlich sogar näher zu uns selbst.


In der Freiheit, der Innerlichen und Äußerlichen liegt der Schlüssel zum Herzen des Pferdes.
Am liebsten spielen und agieren wir mit Rivaldo FREI, ohne Halfter oder Seile,
gerade wenn wir neue Dinge ausprobieren und miteinander, sowie voneinander lernen.
So kann er immer frei entscheiden, wie er etwas begegnet, wann er gehen möchte
und er hat alle Freiheit einige Ideen einzubringen.
Pferden tut es immer gut, Pferd sein zu dürfen, sich auszutoben, herum zu bocken und Gas zu geben,
auch mal ohne Rücksicht auf das Menschlein neben ihm am Strick, dass nicht so schnell kann
oder den Reiter oben auf, der auch hier nicht 'mithalten' könnte.
Wie sehr man dennoch zusammen und im Team spielen und Spaß haben kann
und wie sehr das Interesse des Pferdes am Menschen durch die Freiheit eher steigt, als nachläßt,
sieht man z.B. in unserem Video: Die Rappelsack-Jagd!
Doch auch was die Körpererfahrung angeht, die Findung der eigenen Pferde-Balance
und das ausprobieren und erlernen neuer Bewegungsabläufe, stellt die freie Arbeit
bzw. die Bodenarbeit grundsätzlich, ohne Reiter auf dem Rücken eine hervorragende Möglichkeit dar.
Nicht nur für das Pferd sind die kreativen Möglichkeiten in der freiwilligen Zusammenarbeit am Boden
unzählig und spannend zu erkunden, auch für den Menschen.
Die Rückmeldungen des Pferdes sind hier besonders klar und deutlich.
Kein Zwang und kein Hilfsmittel verschleiert die Wahrheit.
Nicht selten entstanden und entstehen genau auf diese Weise neue 'Games',
denn Rivaldo hat alle Freiheit ja oder auch nein zu sagen und Übungen selbst vorzuschlagen,
die er gerne machen möchte und die ihm Spaß bringen.
Und welch bessere Motivation gibt es, als Spaß an der Arbeit?
Mensch und Pferd, beide sind in dieser Form, der Freiarbeit sehr entspannt,
im wahrsten Sinne des Wortes frei und die Qualität der Kommunikation wird so sehr intensiv sichtbar.
Doch auch wenn ein Strick zum Einsatz kommt, gerade dann, halte ich es für enorm wichtig,
dem Pferd seinen Freiraum zu lassen, denn ich möchte, dass es gerne und freiwillig bei mir,
bei unserer kleinen Herde bleibt.
Zudem versuche ich meine Kommunikation und Hilfengebung äußerst selten von einem Strick,
Zügel, Longe oder Peitsche (etc.) abhängig zu machen,
vielmehr nutze ich meinen Körper und Geist zur Mitteilung.
Daraus entsteht immer mehr Vertrauen, welches die Basis für Alles bildet.
Denn erst durch dieses Geschenk seines Vertrauens,
bin ich letztlich in der Lage ihn wirklich zu HALTEN und zu FÜHREN.

Es ist die unabänderliche Natur eines jeden Pferdes, sich eine entscheidende Frage immer zu stellen:
Führe ich selbst oder schließe ich mich an?
Im Zweifel mit dem Menschen und bei Nicht - oder Falschbeantwortung dieser Frage,
wird ein Pferd stets für seine eigene Sicherheit selbst sorgen!
Dieses sicherte lange lange Zeit sein Überleben in der Wildnis
und genau genommen sichert dieses Verhalten auch heute noch seine Gesundheit,
denn wie oft verlangt der Mensch, als "Anführer" Dinge von ihm,
die seiner Gesundheit und seinem Wohlergehen eher abträglich, als zuträglich sind?!
Möchten wir also ein Pferd führen, leiten und halten,
dann sollten wir uns dieses "Jobs" nicht nur mit allen Konsequenzen bewusst sein,
sondern diesem vorallen Dingen auch WÜRDIG sein bzw. werden!!!

FÜHREN im Sinne einer verantwortungsbewussten Leitstute,
die sicher ihres Weges schreitet und qualifizierte Entscheidungen für die Gemeinschaft trifft
und eines Leithengstes, welcher auch vom Ende der Herde aus, sicher leitet,
mit der Aufgabe eines "Bodyguards" für die Sicherheit sorgt, die Herde beschützt, zusammenhält
und verteidigt, stets zu dem Wohle der Gemeinschaft entscheidet und handelt.
Führen heisst in erster Linie dienen!

"Ein Führer zu werden bedeutet zu sich selbst zu finden. Es ist genauso einfach und genauso schwer."
(Warren Bennis)



Und HALTEN im Sinne von wirklichem gehalten werden, Halt geben, etwas schützen,
Geborgenheit und Vertrauen spenden, "sich fallen lassen können",
ohne wirklich zu fallen und tiefer Verbundenheit mittels eines unsichtbaren Bandes.
Denn das Wort "Halt" leitet sich von dem Wort "Hirte" ab,
im Altgermanischen und Gotischen bedeutet haldan = hüten, weiden.
Ein Hirte hält die in Freiheit lebenden Schafe zusammen, sie folgen ihm, freiwillig,
denn er bietet ihnen sicheren Aufenthalt und bewahrenden Rückhalt.
Er hält sie, und sie halten sich an ihn. Echten Halt finden wir nur bei dem guten Hirten!
Halten heisst in erster Linie loslassen!

"Beziehungen, die Halt geben, wurzeln in der Freiheit einander loslassen zu können."

(E. Ferstl)





Die Boden- o. Freiarbeit verbessert nicht nur die Verbindung von Pferd und Mensch,
das Vertrauen zueinander, es stellt auch gymnastisch eine ideale Grundlage und Ergänzung des Reitens dar.
Das Körperbewusstsein, die Koordination und Geschicklichkeit des Pferdes werden geschult
und selbst 'Lektionen' bis zur hohen Schule lassen sich in Freiheit und mit Freude erarbeiten.
Spiel, Spaß, Gymnastizierung, Ausbildung und Arbeit fließen in einander über,
denn allem wohnt der gleiche Gedanke inne: Gemeinsam, gerne und freiwillig.

Den 'Games' können klare Vorstellungen von bestimmten Übungen und Lektionen zu Grunde liegen,
wie z.B. das Schulterherein oder bewusstes Rückwärtsgehen durch einen Stangenparkour
oder der Umgang mit einer raschelnden Plane zur Angstbewältigung und Förderung der Gelassenheit,
sie können aber auch ganz impulsiv, ohne jeden Plan sein. Sich treiben und inspirieren lassen,
nur durch das Miteinander und durch die Eigendynamik der Situation.

Besonders wichtig in der Freiarbeit ist das oberste Gebot: Spaß für BEIDE Seiten!
Um heraus zu finden, wie mein Pferd gelaunt ist, wozu es heute Lust hat oder eben auch nicht Lust hat,
gehört Feingefühl und Achtsamkeit. Pferde haben keine Stimme und nur ihren Körper zur Mitteilung.
Nur weil ich als Mensch vielleicht heute auf ein wildes Fangenspiel Lust habe,
muss es meinem Pferd nicht zwingend genauso gehen. Die Kunst ist es, auf das Pferd einzugehen,
einen Dialog zu führen und das Zusammensein in den Vordergrund zu stellen, nicht die Übung.
Die Verbindung zueinander darf nicht leiden, sondern sollte dadurch wachsen
und sei die erdachte Übung auch noch so sinnvoll, sie bleibt ein Angebot an das Pferd.
Es kann dieses Angebot annehmen oder ablehnen oder etwas anderes vorschlagen.
Wir machen unser Pferd zu einem Gewinner, wenn wir zuhören, hinsehen und mitfühlen,
denn die Stimmung und die Emotion des Pferdes geben einer 'Lektion' den Ausdruck.
Ein Hengst der imponierend über die Weide schwebt, kraftvoll und weich zu gleich,
fühlt sich stolz und erhaben, er fühlt sich gut. Gute Emotionen schaffen gute Bewegungen.
Das Wort Emotion v. lat: ex "heraus" und motio "Bewegung", steht demnach für Gefühl in Bewegung.
Wir haben bereits erfahren, dass eine der großen Tugenden der Pferde die Kongruenz ist,
die Übereinstimmung von Innen und Außen und dass sie sich über Körpersprache verständigen.
Die Geisteshaltung, das innerliche Empfinden des Pferdes bestimmt seine Körperhaltung
und gehen wir hierauf nicht ein, erzeugen wir nicht nur eine unangenehme Disharmonie,
wir lehren unserem Pferd sich von seinem Körper zu entfremden, statt sich darin besser zu fühlen.
Kein gutes Ergebnis, daß auch das Pferd bemerken wird und seine Freude an der Mitarbeit sinken lässt.
Durchaus kann ich versuchen mein Pferd für etwas zu begeistern, wonach es sich eigentlich nicht fühlte,
sofern ich die Verbindung nicht verliere, gute Absichten dabei verfolge und meinem Pferd dennoch
die Wahl lasse, es also nicht einfach übergehe, wird es vielleicht gerne dieser weiteren Nachfrage
folgen und sich von mir begeistern, motivieren lassen.
Denn nicht nur gute Gefühle schaffen gute Bewegungen, auch gute Bewegungen schaffen gute Gefühle,
aber nur, wenn sie nicht aufgzwungen und bewusst durchgeführt werden.
Hier ist meine menschliche Kreativität, mein Einfühlungsvermögen und meine Beobachtungsgabe gefragt,
dem Pferd eine Hilfstellung zu guten Bewegungen anzubieten, dessen positive Energie es verwandeln.
Durch diese Basis werden die 'Games' keine bloßen Tricks, Zirkuslektionen oder eine "Freiheitsdressur",
sondern jede Geste, jede Bewegung ist mit Leben und Sinn gefüllt, wird bewusst vom Pferd erlebt.
Jedem Schritt wohnt dann Ausstrahlung und Präsenz inne, die in den Bann zieht und beflügelt.



Um zu den einzelnen Galerien zu gelangen, bitte auf die Vorschaubilder klicken:

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Seitwärts



Reifenspiele



Rappelsack-Jagd



Rückwärts



Spanischer Schritt



Huibuh Regenschirm



Das magische Tief



Apportieren



Das Rittertor



Raschelplane



Dualaktivierung mal anders



Teppich ausrollen

Folgt bald ...


Der König auf dem Podest

Folgt bald ...


Hula Hoop

Folgt bald ....


Ballspiele

folgt bald ...


"Der Blindheit der Spaßgesellschaft verfallen, merken wir nicht,
wie viel Gewalt wir im Umgang mit dem Pferd anwenden,
ja nicht einmal mehr, wo sie beginnt.
Fast alle Irrungen und Wirrungen in der Pferdeausbildung
werden durch Gewaltanwendung provoziert.
Der gebildete Mensch ist heute aufgerufen,
gegen Erscheinungsformen der Gewalt anzugehen, wo immer er kann."
(Fritz Stahlecker)



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