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von KÖRPER & GEIST

Alles an Rivaldo war wunderschön, kraftvoll und ausdrucksstark als er zu uns kam, jedoch alles irgendwie schief.
Seine Bewegungen und seine Hufe waren von seiner natürlichen Schiefe geprägt;
sein Geist und sein Vertrauen zum Menschen waren ver-rückt worden und damit ebenso schief, wie sein Körper.
Was wir brauchten war BALANCE - Balance in jeder Hinsicht!


Ich war mir sicher, Alles könnte leichter sein, wenn uns diese grundsätzliche Schiefe nicht immer,
in diesem deutlichen Ausmaß, im Wege stünde, doch rein körperlich waren wir vom Punkt "Geraderichtung"
in der offiziellen Skala, mit knappen 4 Jahren natürlich weit entfernt und das nicht nur, weil Rivaldo zwischenzeitlich lahm und an reiten gar nicht zu denken war. Rivaldo´s Seele war belastet, seine traumatisierter Zustand und auch seine grundsätzlich präsente Persönlichkeit forderten von mir im täglichen Umgang höchste Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen. Wann immer eine Person dazu kam oder ich abgelenkt wurde und nicht mehr meine volle Konzentration auf ihn richtete, zerriß das unsichtbare, zarte Band zwischen uns,
das aufgebaute Vertrauensverhältis war noch zu zerbrechlich.
Doch je mehr ich in Ruhe und voller Achtsamkeit mit Rivaldo umging, oft ohne Anspruch Zeit verbrachte,
wuchs die Verbindung und das Vertrauen zueinander. Es war ein Weg der Langsamkeit, des Spiels und des Nichts fordern!
Um an der körperliche Schiefe arbeiten zu können, brauchten wir einen Geist in Balance,
welcher mir als Mensch vertraut, ohne Panik, ohne Angst und Druck frei agiert und dadurch erst lernfähig wird.
Um Rivaldo´s Kopf zu entspannen, mussten aber auch die Bewegungsblockaden im Körper weniger werden,
um ihm zu zeigen, dass Bewegung Freude, Leichtigkeit, keine Schmerzen und auch Selbstbestimmung bedeuten kann. Also arbeiteten wir in Gänsefüßchen auf beiden Seiten, denn der Geist muss willig sein und das "Fleisch",
die Muskulatur und der gesamte Bewegungsappart nicht schwach, um in Harmonie arbeiten zu können.
In dieser Zeit ist auch unsere "Care-Community" entstanden, denn nur über die Ganzheitlichkeit war Balance in jeder Hinsicht realisierbar.

Auch unter dem Sattel gingen wir "Gänsefüßchen", die Verbindung zueinander hatte und hat höchste Priorität!
Anders als es die Ausbildungsskala der FN vorgibt, haben wir die Geraderichtung, besser die Balancefindung
an erste Stelle gestellt, so wie es die alten Reitmeister immer schon praktiziert haben.
Durch das symbiotische Arbeiten an Körper und Geist, einem ganzheitlichen Vorgehen,
wurde Rivaldo zusehenst zufriedener, gesünder, beweglicher und unter anderem auch "reitbarer".
Mit jedem Tag wuchs die Gelassenheit, frei von Leistungsdruck verschwand die Panik
und aus dem "strampelnden Marionetten-Männchen" wurde ein in sich immer mehr ruhender Rivaldo.
Seine strahlende Imposanz blieb, sein Ausdruck wuchs und er findet täglich näher zu sich selbst!
Ich zu mir und zu ihm - durch ihn ;o)
Bis heute ist nicht alles Perfekt, denn das muss es auch gar nicht.
Der Weg ist entscheidend und wenn wir von Einem massig haben, dann ist es ZEIT und LIEBE! :o)

Nicht Deine Anstrengungen entscheiden über den wahren Erfolg mit dem Pferd.
Es ist Deine Hingabe!
(Denra Dürr)

Die Individualität des Pferdes
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