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Klassische Grundsätze - Liebe, Respekt und Vertrauen!
In der Liebe gibt es keine Halbheiten und kein Mittelmaß, und ohne Liebe gibt es keine Kunst.
Wahre Liebe zum Pferd ist ein unverzichtbarer klassischer Grundsatz.
Gemeint ist nicht eine oberflächliche "dutzi-dutzi" Gefühlsduselei.
Wahre Liebe zum Pferd heißt, seine individuellen Anlagen
und Bedürfnisse zu respektieren und ihnen gerecht zu werden.
Das Bestmöglichste zu tun, um sein körperliches und seelisches Wohlbefinden in allen Belangen zu fördern. Dies ist die Basis, auf der sich gegenseitiger Respekt und Vertrauen entwickeln kann.

(Emil Scheid)


Wer sein Pferd liebt, der pflegt und hegt es und sorgt sich um das Wohl seines Freundes.
Die wichtigsten Themen im Leben eines Pferdes sind seine Haltung und Fütterung,
denn es ist ein Herdentier der offenen Landschaft und ein Dauerfresser rohfaserreicher Nahrung.
Neben der Abdeckung der elementaren Lebenbedingungen des Pferdes, einer pferdgerechten Haltung und Fütterung, spielt das Thema Hufgesundheit eine weitere ausschlaggebende Rolle für seine Gesundheit.
Schon die "alten Hasen" wussten: "Ohne Huf kein Pferd!" Oft wird hier die Pflege falsch verstanden.
'Care' heisst übersetzt nicht nur "Pflege", es heisst auch "sich kümmern" und "Achtsamkeit",
doch oft wird die Hufpflege einzig dem Schmied überlassen, der alle 8 Wochen neue Hufeisen unter die Hufe nagelt. Der Besitzer pinselt zwischendurch vielleicht ein bisschen Huffett darauf, damit es hübsch aussieht,
dem Huf aber in keinster Weise nutzt, sondern eher schadet und damit endet dann die "Achtsamkeit".
Die Hufgesundheit des Pferdes steht in direkter Korrespondenz mit seiner Haltung und Fütterung.
Hufe brauchen Bewegung, Bodengegendruck, eine naturnahe Bearbeitung und keine Hufeisen!
Abgesehen davon, dass Hufeisen nicht natürlich sind und dem Pferd in vielerrei Hinsicht Schaden zufügen,
sind zur Hufbearbeitung vorallem Kenntnisse der Anatomie und Biomechanik notwendig und nicht die Fähigkeit ein Eisen schmieden zu können. Erschreckend aber wahr: Die wenigsten Schmiede und Hufbearbeiter können ein fundiertes Wissen über Aufbau, Funktion, Wirkungsweise und GESUNDHEIT des Hufes vorweisen.
Kranke Hufe sind Alltag und man hat sich an untergeschobene Trachten und imbalante Hufe gewöhnt.
Nun muß nicht jeder Pferdebesitzer die Hufe seines Pferdes selbst beraspeln und ausschneiden können,
doch neben dem täglichen, sorgfältigen Auskratzen, braucht es prüfende Blicke, ob die Hufe sich in guter Balance befinden und gesund sind oder eben nicht. Hierzu ist ein Basiswissen von Nöten, was den meisten Reitern fehlt.
Läuft das Pferd ohne Hufeisen fühlig, lautet das vernichtende Urteil meist, dass es ohne Eisen einfach nicht geht.
"Mein Pferd kann ohne Hufeisen nicht laufen. Ich reite ja auch viel aus! Außerdem hat er Arthrose und braucht einen Spezialbeschlag." - diese und andere, sind Sätze, die wir oft hören.
Hier fehlen schlicht und ergreifend Informationen und Wissen.

"Nicht das Barhuf-laufen bereitet Pferden Schmerzen,
sondern das Laufen auf kranken, unphysiologischen Hufen!"


Wie kann ich Tag ein, Tag aus reiten, mich indirekt auf den Hufen umhertragen lassen, ohne zu wissen,
wie der Fuß meines Pferdes aufgebaut ist, ob er sich im Gleichgewicht befindet und was ihn gesund erhält?
Nutzen Sie die folgenden Seiten sich zu informieren, um pferdgerecht handeln zu können.
Gerne stehen wir Ihnen und Ihrem Pferd bei Hufproblemen aller Art unterstützend zur Seite.



Weiter hoch am Bein des Pferdes geht die falsch verstandene "Sorgfalt" weiter.
Das Gegenteil von gut ist gut gemeint und dies trifft auf Bandagen ebenso zu, wie Gamaschen!
Bandagen und Gamaschen stützen nicht, sie halten keine Sehnen und keine Bänder eines 600kg schweren Pferdes.
Ob die Gamaschen zum Stoßdämpfer taugen, hat 2001 die Fachzeitschrift Cavallo mittels Beschleunigungssensoren messen lassen. Verwendet wurde eine sogenannte Stützgamasche, die den Fesselkopf umschließt. Das Ergebnis:
Von dämpfenden Effekten keine Spur.
Cavallo zitiert den Biomechaniker Dr. Parvis Falaturi, der die Messreihen durchführte:
"Was im Bein passiert, wird durch Boden und Beschlag, nicht aber durch Gamaschen beeinflusst."

"Wenn die vor Überdehnung schützen sollen, müssten sie so fest sitzen,
dass sie eine Einschränkung der Bewegung in Kauf nehmen müssten!"

(Dr. Peter Witzmann, Fachtierarzt für Pferde aus Leinfelden-Echterdingen)

Keine Frage, selbst ich fand es damals noch optisch ansprechend, wenn die Bandagen zur Schabracke passen
und weiße Bandagen an Pferdebeinen hatten schon immer einen "Wow-Effekt", doch ist die vermeintliche Optik einen gesundheitlichen Schaden des Pferdes wert? Nein!! (Sind Pferde natürlich nicht schön genug?)
Auch hier braucht es zum Verständnis wieder ein wenig anatomisches Grundwissen.
Beinschutz schwächt den Sehnen- und Bandapparat, sowie den Lymphfluß.
Im Bereich der Röhre befinden sich keine Muskeln. Die dünnwandigen Venen können dem Druck von Bandagen und Gamaschen keinen Widerstand entgegensetzten und der Blutstrom wird erheblich beeinträchtigt.
Unterhalb des Beinschutzes entsteht dann ein Blutstau, die Venen erweitern sich. Solche Stauungen führen zu vermeintlichen Gelenksschwellungen, Sehnenscheidenentzündungen und zu Umfangsvermehrungen um die Beugesehnen am Röhrbein herum.
Besonders deutlich zeigen sich solche Stauungen, wenn unter die Hufe auch noch Eisen genagelt wurden oder Zwanghufe bestehen, denn hier fehlt dann zusätzlich die Hufpumpe, die einen Druck von unten erzeugen sollte.
Neben der Behinderung des Blutflusses, wird auch die Zirkulation der Lymphe zwischen Haut und Faszien und der Sehnenscheidenflüssigkeit dramatisch gestört. Auch die entstehende Überhitzung schadet den Pferdebeinen erheblich, weil Funktionsstörungen der Sehnen drohen. Untersuchungen zeigten, dass die Temperatur mit Gamaschen oder Bandagen auf bis 36° C stieg.
Zum Vergleich: Im Ruhezustand und ohne Beinschutz ist das Pferdebein hier gerade mal knapp 24° C warm.
Besser als jeder Beinschutz ist die Ausbildung und Unterstützung einer neuen Balance des Reitpferdes!
Streichen und Anschlagen sind Zeichen schlechter Balance, welche durch das entsprechende Training
und vorallem durch eine physiologische Hufbearbeitung nicht mehr auftreten.
Sehnen und Bänder können von keiner Bandage oder Gamasche der Welt gehalten werden,
auch wenn das so mancher Hersteller gerne weiß machen möchte!
Jedoch kann man ihre Festigkeit, Elastizität und Stabilität durch die Fütterung, die Hufbearbeitung
und selbstverständlich auch durch ein konsequentes, aufbauendes Training positiv beeinflussen.

Wissenschaftliche Studien zum Beinschutz:

Uni München: Dopplersonographische Untersuchung über den Einfluss von Bewegung, elastischen Bandagen und Gamaschen auf die Hämodynamik der Schulterextremität des Pferdes

Tierärztliche Hochschule Hannover: Bewertung des Einflusses von Bandagen und Gamaschen auf das Volumen der Vorder- und Hintergliedmaßen des Pferdes in Bewegung anhand perometrischer Messungen [4.238 KB]



Die gut gemeinte Fürsorge und Mühe endet nicht bei den Beinen des Pferdes.
Ebenso wie übermäßiges Putzen dem Pferd die wichtige Fett- und Staubschicht zerstört,
wirken sich auch tägliches Abduschen der Beine, das häufige shampoonieren von Schweif und Mähne,
sowie synthetische Mähnen- und Fliegensprays negativ aus. Wohin ist das Wissen der alten Stallmeister?
Ein Schweif wird nicht gekämmt, sondern verlesen, denn ein voluminöser Schweif schaut nicht nur hübsch aus,
er dient dem Pferd auch als Waffe gegen die Fliegen im Sommer.
Auch eine offene, lange Mähne hat ihren Nutzen und sollte weder beschnitten, noch eingeflochten werden.

Weitere Themen rund um den Körperkult:

Scheeren, Schneiden & Co.

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Doch nach all den Fettnäpfchen in die wir Reiter so manches Mal treten, können wir unserem Pferd z.B. über eine wohltuende Massage liebevolle Zuwendung geben. Sie entspannt nicht nur, sondern kann Verkrampfungen lösen, Rekonvaleszenzen unterstützen, die Verbindung von Pferd und Mensch stärken und sogar die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Weiter liegt es in der Verantwortung des Menschen den Verwurmungsgrad zu überprüfen,
das Gewicht des Pferdes im Auge zu behalten und ggf. Maßnahmen zu ergreifen.
Genauso wenig wie die Sorgfaltspflicht für die Hufe des Pferdes einfach an den Schmied abgetreten werden kann, sollte auch das Thema Impfung nicht einfach an den Tierarzt weitergereicht werden.
Informieren Sie sich und entscheiden Sie für Ihr Pferd!
Auch die Zahnpflege des Pferdes ist ein wichtiges Thema.
Die Zähne des Pferde dürfen nicht vernachlässigt werden und benötigen mind. eine jährliche Kontrolle.

"Wir schätzen die Menschen, die sich unserer Sensibilität bewusst sind, Freundschaft mit uns schließen und uns ermutigen, unsere Fähigkeiten zu nutzen, um gute Entscheidungen zu treffen.
Wir bewundern die Menschen, die uns ihre Welt liebevoll näher bringen und begreiflich machen und uns zeigen, was von uns verlangt wird, um zusammenbleiben zu können.
Wir schätzen es, wenn sie sich um unsere Gesundheit und unser Wohlergehen kümmern
und uns Bedingungen für ein ausgeglichenes Leben schaffen:
Zeit zum Arbeiten, zum Spielen oder auch nur zum Grasen auf der Weide.
Wir lieben und bewundern die Menschen, die uns zuhören,
mit denen wir ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufbauen können."
[Kate Solisti-Mattelon, Parola die cavallo (Rom: Edizioni Mediterranee, 2004), S. 82]

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