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"Was ein Pferd unter Zwang tut, das beherrscht es nicht, noch sieht das in rgendeiner Weise schöner aus, als wollte man einen Tänzer durch Peitschen und Stacheln (zum Tanzen) zwingen.
Viel eher würde jeder, dem so etwas widerfährt, eine schlechte als eine gute Figur machen,
sei es nun ein Pferd oder ein Mensch. Es muss vielmehr all seine schönsten und prächtigsten
Leistungen auf Grund von Hilfen freiwillig vorweisen."

(Xenophon)

Mit diesen Zeilen spricht uns Xenophon aus der Seele.
Wie kann ich von meinem Pferd Losgelassenheit, Geschmeidigkeit, Freude an der Arbeit erwarten,
wenn ich es dabei mit einem Stachel aus Metall oder Kunststoff traktiere?
Ihm ganz offensichtlich, absichtlich Schmerzen zufüge !!!

Egal ob mein Pferd "faul" ist, sprich keine Lust zum Vorwärtslaufen verspürt oder ob mein Pferd nicht durchlässig, nicht "elektrisch" am Schenkel ist und meine Beinhilfen nicht "durchkommen", immer liegt es am Reiter und NICHT am Pferd! Das Pferd ist der Spiegel seines Reiters und mit seinem Verhalten gibt es Zeugnis seiner bisherigen Ausbildung!

"Lerne zu denken, zu kommunizieren, zu spielen und zu handeln wie ein Pferd
- Du wirst überrascht sein, wie sehr sich Dein Pferd für Dich bemüht!"
(Susanne Lohas)

Es liegt an mir als Mensch und Reiter mein Pferd so zu motivieren, dass es gerne mit mir gemeinsam arbeitet, sich darauf freut unter mir zu laufen und eine jede Trainingseinheit mit einem Erfolgserlebnis verläßt!
Ebenso sollte ich geduldig, konsequent und freundlich meine reiterlichen Hilfen geben.
Diese können durchaus auch mal deutlicher ausfallen, wenn mein Pferd mich nicht versteht,
weil es z.B. jung ist und diese Hilfe noch gar nicht kennt oder weil es vielleicht bereits "abgestumpft"
durch den Menschen wurde, aber mit deutlich ist in keinem Falle ein Zufügen von Schmerz gemeint !!!
Daher ist der Einsatz von Sporen nur sehr sehr gezielt und unter größter Vorsicht zu akzeptieren.
Sofern mit einem stumpfen Sporen KURZZEITIG eine Hilfe dem Pferd verständlich gemacht werden soll
und der Sporen nicht strafend oder gewaltsam eingesetzt wird, kann das Ergebnis ein feineres Reiten,
mit minimaleren Hilfen sein. Der Dauereinsatz von Sporen ist unserer Sicht jedoch abzulehnen!!

Immer bin ich darum bemüht, meine Hilfen, meine Zeichen und letztlich meine Sprache
zum Pferd so "leise", zart und minimal ausfallen zu lassen, wie nur irgend möglich.
Ein Pferd spürt eine Fliege auf seiner Kruppe sitzen !!! -
und wenn ich mir dessen bewusst bin, wird klar, wie fein und empfindlich Pferde von Natur aus sind.
In Rivaldo´s Ausbildung arbeite ich immer mit einer Art "Impulsverfahren", welches ich aus dem natürlichen Verhalten der Pferde untereinander ableite. Mein Geist visualisiert z.B. das runde, energische Antraben vor der eigentlich Aktion meines Körpers und behält dieses Bild wärhend der gesamten Aktion vor dem geistigen Auge!

"Die Vision die Du in deinem Geist verherrlichst, das Ideal, welches in deinem Herzen thront,
nach diesen wirst Du dein Leben aufbauen und mit Ihnen wirst Du eins werden."
(James Allen)

Intensitäts-Staffelung am Beispiel Antraben:
1. tief einatmen
2. Aufrichten, groß werden, Brustkorb heben
3. Hand vor!
4. Becken abkippen/öffnen, um die Bewegung "nach vorne/oben raus zu lassen"
5. Körperspannung
6. mit den Unterschenkeln vermehrt Spannung aufbauen
7. tiefer einatmen
8. Schenkel vibrieren lassen
9. Stimmhilfe dazunehmen
10. Schenkeldurck und Vibration erhöhen
Dadruch, dass ich nach genau dieser Leiter aus Intensität vorgehe, trabt Rivaldo heute bereits bei Punkt 4. an!
Neben den aktiven Körperbewegungen ist vorallem der Geist und das Visionieren ausschlaggebend,
denn was ich denke und mir vor meinem inneren Augen vorstelle, bestimmt meine Muskeln, meinen Körper.

Impulsverahren am Beispiel "im Trab halten/weiter traben":
Mein Geist denkt und visualisiert was ich gerade reite und was ich im nächsten Moment möchte, nämlich weiter traben. Sobald Rivaldo langsamer wird oder an Fleiss verliert, beginne ich mit Punkt 1. meiner Leiter von oben und arbeite diese Schritt für Schritt ab. Sobald Rivaldo wieder in der Form läuft, wie ich mir das wünsche, stelle ich jeden Aktionismus ein, lasse mich schlicht von ihm in der Bewegung mitnehmen und konzentrieren mich wieder auf andere Dinge, wie z.b. mein Pferd nicht zu stören oder z.B. auf die nächste Übung, z.B. abwenden auf den Zirkel. Ich treibe also nicht klassisch permanent mit dem Schenkel!
Meine Schenkel liegen ruhig am Pferd an und erfühlen auch hier die Bewegungen und den Spannungszustand des Bauches. Dadurch das ich immer nach diesem Impulsverfahren vorgehe, verschaffe ich meinem Pferd ständig Erfolgserlebnisse, welche es gerne mit mir arbeiten lassen und uns beide zu Gewinnern macht.
Zudem wird es durch die Intesitätssteigerung immer feiner und aufmerksamer für meine Hilfen!

"Vorwärtsdrang ist nicht das, was viele glauben und predigen…
Ein Pferd mit Vorwärtsdrang ist jenes, das sich in der gewünschten Gangart in Bewegung setzt und stets die gleiche Energie einbringt, gleich, in welcher gewünschten Haltung und dabei solange wie möglich ohne Unterstützung von Hilfen. Der Dressurreiter von heute wird gut daran tun zu wissen… wie es sich verhält, wenn er sein Leben mit den Zügeln in einer Hand, den Degen oder Säbel in der anderen, zu verteidigen hätte…(...) Légèreté besteht nicht nur darin, wie wenig das Pferd sich auf die Zügel legt. Sie besteht exakt darin, ein Pferd zu haben, welches durch seine Fröhlichkeit und Energie solange wie möglich die gewünschte Haltung und Bewegung bewahrt, ohne durch Hilfen dazu ermuntert werden zu müssen. (...)
Wenn Sie meinen, daß der Sporn nur das Bein verstärkt, dürfen Sie nicht hoffen,
daß das Pferd ein hohes Niveau an Schwungkraft und Leichtigkeit erreichen wird."
(Nuno Oliveira)

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