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Qualitativ hochwertiges Raufutter, von artenreichen Flächen ist die Basis der Pferdeernährung.
(Alexandra Kluxen)





NATÜRLICHE FUTTERAUFNAHME & NAHRUNG

Unser Vorbild ist in jeder Hinsicht der natürliche Lebenswandel des Pferdes in freier Wildbahn!
Über die Ernährung seines Pferdes sollte sich jeder Pferdehalter genauestens Gedanken machen,
denn nicht nur für uns Menschen gilt: "Du bist was Du isst!"

Grundsätzlich ist das Allerwichtigste in der Pferdefütterung:
1. ARTENREICHES RAUFUTTER
2. STÄNDIGE FUTTERAUFNAHME

Die Hauptnahrung der Pferde in freier Wildbahn heute, sowie der Urpferde von damals setzt sich zusammen aus Pflanzenfasern, in Form von frischem oder vertrocknetem Gras, aus Ästen, Blättern, Blüten, Knospen und Rinden, Wurzeln, Flechten, Moosen, Farnen, Beeren, Samenkörnern, Sträuchern, Früchten und Knollen,
sowie sesionalen Kräutern - also vorallem nicht aus Getreide!
In diesem natürlichen, reichhaltigen Speiseplan enthalten sind alle wichtigen Vitalstoffe für ein Pferd!
Und was fressen die Pferde heute?

"Eine möglichst hohe Vielfalt an verschiedenen gewählten Futterkomponenten
erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Nährstoffbedarf eines Individuums abzudecken.
Dabei sind natürliche Futterstoffe künstlich isolierten Einzelkomponenten vorzuziehen."

(Dipl. Ing. agr. Sylvia Christl)

Das Pferd stammt aus Steppen, Savannen, Tundren und Wäldern,
es wandert mit seiner Herde in freier Wildbahn viele viele Kilometer täglich
und nimmt dabei fast permanent kleine Mengen karge, strukturreiche und energiearme Kost zu sich.
Wie man durch die Untersuchung der mitversteinerten Mageninhalte bewiesen hat,
waren die europäschen Urpferde Blatt-, Knospen,- Gräser,- Knollen - und Früchtefresser!

Die Geschichte des Wildpferdes



Pferde sind seit Urzeiten Meister und Spezialisten im verwerten von sehr "wertlosem" Futter.
Das dieses offensichtlich auch heute gesund erhählt, zeigen die verwilderten Hauspferde, z.b. die Mustangs.
Der Bewegungsapparat des Lauftieres Pferd ist auf eine ständige Fortbewegung auslegt.
Während sie wandern, fressen Pferde in freier Natur bis zu 18 Stunden am Tag!
Genau auf diese permanente Futteraufnahme ist auch der gesamte Organismus des Pferdes ausgerichtet.
Hierzu produziert der Pferdemagen STÄNDIG Magensäure, anders als beim Hund oder uns Menschen!
Pferde besitzen auch KEINE Gallenblase wie wir Menschen, die Galle wird also kontinuierlich von der Leber in den Darm abgegeben. Der Pferdekörper ist so ausgerichtet, weil das Pferd in der Natur fast ständig etwas frisst oder knabbert und der Darm fortlaufend mit dem Verdauungssaft "Galle" versorgt werden muss, um die Nahrung zu verwerten. Schlimm, wenn dann keine Nahrung im Bauch eintrifft!
Wir haben zwar durch Zuchtprogramme versucht das Pferd uns immer mehr "passend" zu machen,
doch seine Anatomie werden wir nicht ändern können! Das Pferd bleibt ein DAUERFRESSER!
Längere Fresspausen bedeuten für das Pferd also eine direkte Schädigung seines Körpers!
(Wissenschaftlich erwiesen und belegt ist dieses ab einer Fresspause von 4 Stunden.)
Magengeschwüre und Störungen des Darmtraktes durch die 'abeitslosen' Verdauungsäfte und Magensäuren,
haben Verhaltenstörungen wie z.b. das Koppen oder lange Lösungszeiten beim reiten durch eine verspannte Bauchmuskulatur u.a. zur Folge. Der Verdauungstrakt des Pferdes ist sehr lang, doch der Magen nur sehr klein.
Es können nur kleine Mengen aufgenommen werden, sonst droht eine Überladung.
Kleine Portionen meint nicht ein "Schüppchen" Müsli!
Die Grundnahrung Pflanzenfasern, z.b. in Form von Heu und Stroh sind immer sehr voluminös.
Durch die Einspeichelung und Zermahlung reduziert sich sein Umfang.
Vielmehr ist mit kleinen Mengen die stetige Aufnahme, das zupfen hier, das knabbern dort gemeint.
So hat es die Natur angelegt!
Rivaldo frisst sesional und zeitlich begrenzt Weidegras, Stroh direkt vom Boden,
sein getreidefreies 'Futter Natur' mit Kräutern aus Futtereimern (Lebensmittelechtes Material),
welche am Boden stehen und das Heu von artenreichen Flächen erhält er at libitum aus einem tief hängenden Heunetzen mit einer Maschenweite von 4,5 cm.
Denn die natürliche Fresshaltung ist ein nach vorne unten gesenkter Kopf, also bodennah,
welcher die Dornfortsätze auseinander zieht, die Oberlinie dehnt, die Knochensäule (Hufe, Gelenke, Sehnen, Bänder)
pysiologisch belastet und den gringsten Muskelaufwand für das Pferd bedeutet.
Schluckt das Pferd in abgewinkelter Kopf-Hals-Position (Krippen/Tränken auf Tischhöhe), so wird der Rachenraum und die Speiseröhre des Pferdes belastet, weil die abzuschluckende Nahrung nicht "geradeaus" hinunter gleiten kann, sondern um die Ecke muss. Ich habe einen Esel erlebt, der eine Schlundverstopfung erlitt, weil er aus einem hüfthohen Trog fraß. Nur weil nicht jedes Pferd so reagiert und augenscheinlich damit zurecht kommt, heisst es nicht, dass es auch gesund und richtig ist. Vorallem sind Tröge in handlicher Höhe, wie die Beschreibung schon sagt, praktisch für den Menschen. Das gilt für so vieles, auch für die Boxenhaltung oder die Hufeisen. Pferdgerecht ist anders!
Bei der natürlichen Fresshaltung passen die Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer genau aufeinander.
Die Hakenbildung am Gebiss, welche selbstverständlich auch von der Rohfasermenge und der Art der grundsätzlichen Nahrung abhängig ist, wird so ausgeschlossen bzw. weitestgehend minimiert.
Bei erhobener Kopfhaltung, mit abgeknicktem Genick (Fressen aus Tischhöhe) wird der Unterkiefer nach hinten gedrückt, die Backenzahnreihen passen nicht mehr genau übereinander und es erfolgt eine ungleichmäßige Zahnabnutzung. Eine unpysiologische Gebissabnutzung ist die Folge! Der Zahnarzt muss kommen!
Zudem hat die Kaubewegung auch einen psyschischen Aspekt,
[das Essen beruhigt & glücklich macht, wissen nicht nur "Frustesser" ;o)],
denn das enorme Kaubedürfnis ist ein Grundbedürfnis des Pferdes.
Artikel v. Kelly Rupprecht- meinPferdetraum.de: FUTTERTRÖGE/HEURAUFEN IN "HANDLICHER" HÖHE

"Bei der Verbreitung einer neuen Erkenntnis gibt es drei Phasen:
In der Ersten wird sie totgeschwiegen, in der Zweiten bis auf´s Messer bekämpft
und in der Dritten für selbstverständlich genommen und jeder hat alles von Anfang an gewußt."

(Konrad Lorenz)

GETREIDE IST KEIN NATÜRLICHES PFERDEFUTTER und
UNSEREN HEUTIGEN PFERDEWEIDEN LEIDEN AN EINER ARTENVERARMUNG

Im natürlichen Speiseplan wild lebender Pferde spielt Rohfaser, also Raufutter die absolute Hauptrolle!
Ich kenne wirklich niemanden, der Wildpferde jemals in einem Haferfeld hat stehen,
Körnerberge oder gar an einem Müslibaum fressen sehen!
Wildpferde fressen auch keine 8 oder gar 24 Stunden auf gleichmässig, satt grünen Wiesen
aus Weidelgras und Hochleistungsgräsern. Dieses tat auch das Urpferd nicht.
Und auch synthetisches Mineralfutter aus dem Labor dürfte Pferden in freier Wildbahn ziemlich fremd sein.
Vielmehr hat z.B. Jaime Jackson Wildpferde in Arizona dabei beobachtet,
wie sie Mineral-Salzgestein aus Felsen mit den Hufen zertrampelten und das entstandene Mehl aufleckten.
Doch auch aus dem vielfältigen, natürlichen Nahrungsangebot mit Kräutern, Rinden, Wurzeln, Blättern,
Moosen, Samen, Früchten, Knollen, Blüten, Knospen, Ästen und vielen verschiedenen Gräsern zieht sich das Wildpferd seine Vitalstoffe. Sein kompliziertes und hochaktives Verdauungssystem, mit weit über hundert Billionen Bakterien, löst die Vitamine, Mineralien und Spurenelemente aus den Pflanzenteilen heraus und nimmt sich was er braucht.
Darauf ist sein Organismus ausgelegt.
Wer also kam auf die verrückte Idee Pferden Unmengen Getreide, Chemie & Co. zu füttern?

Eine als falsch erkannte Meinung ohne falsche Scham aufzugeben,
das ist vielleicht die wunderbarste Kraftersparnis, die unserem Geist gegönnt ist;
und zugleich die, von der wir am seltensten Gebrauch machen.
(Arthur Schnitzler, österreichischer Schriftsteller, 1862 - 1931)

Möglicherweise die wachsende "Horse Industrie" oder vielleicht die gleichen Menschen, die Eisen unter die Hufe begannen zu nageln, weil Fehler in der Haltung und Fütterung damit überdeckt werden können?
Das Pferd ist heute kein Nutztier mehr. Wir sind nicht mehr auf das Pferd angewiesen,
um von A nach B zu kommen, das Feld zu bestellen oder einen Kriegszug zu bestreiten.
Früher wurde das Pferd geschätzt, geachtet und oft, gerade bei den Bauern war es ein Familienmitglied,
denn das Wohlergehen und die Gesundheit des Pferdes sicherten sein Leben und das täglich Brot.
Heute ist ein Pferd ein Luxusgegenstand und ein Sportgerät. Profireiter haben Hochleistungssportler, keine Pferde.
Ein Pferd war und ist seiner Natur nach aber schon immer ein Hochleistungssportler gewesen,
denn das Leben in der Natur ist hart und ganz sicher nicht zu vergleichen mit dem Leben in menschlicher Obhut.
Doch auch heute wird das Pferd geliebt, sich gesorgt und nur das Beste ist gerade gut genug.
Aber ist das vermeintlich Beste wirklich immer das Beste?
Heute sind wir ja viel schlauer als damals und das teure Zuchtpferd hat es nicht mehr nötig,
sich seine Nahrung zusammen zu suchen und sich von so minderwertigem Zeugs wie Rinden,
Blättern, Wurzeln oder vertrockneten Gräsern zu ernähren. Nein! Es verdient Besseres!
Allen voran Getreide: Hafer, Gerste, Mais, Dinkel, Weizen oder Reis. Am besten noch thermisch behandelt,
damit es leichter verfügbar ist und der Darm weniger Arbeit hat und natürlich auch "passgenau" angereichert mit synthtischen Vitalstoffen, denn wenn der Tagesbedarf nicht auf´s Gramm genau erreicht wird,
könnten ja Leistungsverlust drohen und sowieso muss alles seine Ordnung haben...
Ja, ja. Ein guter Pferdehalter ist nur der, der Müsli aus buten Säcken füttert, mindestens 3 Dosen chemisches
und von schlauen Wissenschaftlern entwickeltes Mineralpulver im Spint stehen hat, sein Pferd in der Box "ausruhen" lässt, die Beine mit Gamaschen, die Hufe mit Eisen "schützt" und eine Decke anzieht, damit das Pferd nicht friert. Genau. Nein, ganz sicher nicht!
Echte Liebe nimmt den Partner wie er ist und respektiert seine Art.


Die richtige und gesunde Ernährung des Pferdes ist aber kein Hexenwerk.
Es braucht keine schlaue Wissenschaft, denn die Pferde selbst sind Meister der Botanik und der gesunden Ernährung. Wenn man sie denn lassen würde... Bei den Pferden verhält es sich wie bei uns Menschen:
Die Basis von Gesundheit bildet eine abwechslungsreiche Ernährung über naturbelassene Nahrung
und ein aktiver Lebenswandel, mit viel frischer Luft und Bewegung.
Es ist gesünder Vitamine, Spurenelemente und Mineralien über das Essen aufzunehmen,
als täglich eine Vitamintablette zu schlucken. Frische Lebensmittel sind Veränderten vorzuziehen,
Gemüse sollte nicht zerkocht werden und das chemische Zusatzstoffe nicht gesund sind,
zeigen auch die zunehmenden Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten bei uns Menschen.
Bei den Pferden sieht es nicht viel anders aus!
Trotz der ja so optimierten Ernährung sind die Pferde heute kränker denn je und immer neue Erkrankungen beschäftigen die Ärtze und Wissenschaftler, z.B. die atypische Weidemyopathie.
Die Weiden, auf denen die meisten Pferde heute grasen, sind das Produkt einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere der Milchviehwirtschaft. Der Standard-Reitstall wird vom Bauern betrieben, der früher auf genau diesen Wiesen seine Kühe ernährte, nur das dieses Gras gänzlich ungeeignet für Pferde ist.
(Im übrigen ist Hochleistungsgras auch für Kühe nicht gesund. Sie werden so nur schneller schlachtreif.)
Die Entwicklung des Grünlandes steht im krassen Gegensatz zu den Bedürfnissen eines Pferdes!
Artenvielfalt sucht man bei den üblichen 3 Weidelgräsern vergebens.
Abgesehen von den Unmengen an Eiweiß und Fruktanen, abgesehen von den Giften, mit denen die Pflanzen bereits ab Werk geliefert werden, kann die Einseitigkeit der heutigen Weiden nur krank machen.
Massig Geld und Zeit wird investiert um Impfstoffe und Behandlungsmöglichkeiten zu finden.
Der Heilauftrag eines Artzes beschränkt sich heute i.d.R. auf Symptomebekämpfung.
Ursachenfindung und deren Ausschaltung ist sowieso nur etwas für die Alternativen.
Ganzheitlichkeit? Bei einem Magengeschwür wird mit Medikamenten wie GastroGard, Cimetidin
und anderen Säureblockern gearbeitet, doch wer denkt an die Ursachen?

"Es gibt keine Krankheit, bei der Ernährung nicht eine wesentliche Rolle spielt.
Man sollte also wissen, was zum Nahrungsspektrum der Pferde gehört und was nicht."

(Klaus-Rainer Töllner, Biologe - PerNaturam)

Die Pferde der vergangenen Zeiten mussten Leistungfähig sein, denn eine Fortbewegung,
ein Feldzug, eine Eroberung und letztlich die gesamte Wirtschaft ohne sie war undenkbar.
Das Reiten von Pferden stand damals nicht im Vordergrund und dennoch waren die Pferde von Früher
um so gehegter und gepflegter und in einem hervorragenden Gesundheitszustand, ganz im Gegensatz zu heute.
Früher, bei den Bauern auf dem Land, war das Pferd Teil der Familie und Sicherung des "Unternehmens".
Seine Gesundheit oder auch Krankheit hatte direkt Auswirkungen auf das Wohl der gesamten Familie.
Ein Pferd, welches damals zur Feldarbeit herangezogen wurde, musste sicherlich beachtliches leisten,
doch sein Leben war nicht schlecht. Es war bei der Arbeit meist im Schritt unterwegs, damit ständig in Bewegung, dabei an der frischen Luft und zumeist stand es zusammen mit einem Artgenossen vor dem Feldpflug. Während der Pflug zwischendurch ruhte, frass es hier und dort am Wegesrand, welcher noch gesäumt war mit Kräutern und vielfältigen Wildblumen oder auch Sträuern.
Der Vater, sowie der Opa meines Mannes verdanken vorallem dem lieben Gott,
aber auch ihren leistungsfähigen Pferden ihr Leben, als sie Ende des 2. Weltkrieges aus Ostpreußen
(damals Langwalde, Krs. Braunsberg) flohen und ihren Hof in Größe von 63,70 ha verlassen mussten.
Ihre gesamte, überaus erfolgreiche Zucht, inkl. Fohlen und tragender Stuten mussten sie zurücklassen,
als sie die große Flucht am 06.02.1945 um 13 Uhr antraten. Sieben Pferde der großen Zucht sollten auf der Flucht die drei Trackwagen und einen Einspänner-Kutschwagen ziehen. Die Pferde zogen die Tracks mit dem verbliebenen Hab und Gut über das Haffeis (zwischen Heiligenbeil und Braunsberg gelegen), von Dt. Bahnau in das 14km Luftlinie entfernte Dorf Narmeln. Unzählige Menschen und auch Pferde ließen dort ihr Leben, versanken nach Fliegerangriffen im eiskalten Wasser, doch neben weiteren Familienmitgliedern überlebte auch der Vater und Opa meines Mannes.
Vor ihnen, hinter ihnen, recht und links von ihnen schlugen Bomben ein, Menschen und Kinder, Wagen mit Pferden davor, Familienangehörige, Nachbarn, Freunde... sie brachen im zerstörten Eis ein, erfroren, ertranken und es übersteigt meine Vorstellungskräfte, wie schrecklich es gewesen sein muss.
"Das am Lebenbleiben und das Sterbenmüssen war auf der Flucht manchmal so nahe beieinander,
dass man hätte glauben können, die Geister stritten sich um die Menschen."

(Zitat aus den Aufzeichnungen von Adolf Fox, Opa v. Matthias Fox) Doch Opa und Papa Fox überlebten.
Die Wagen mit den davorgespannten Pferden folgten ihrem Herrn die letzten Meter bis ans rettende Ufer,
in Kurven und Haken, Opa Fox tastete mit dem Fuß das einbrechende Eis ab, glücklich bis an das Land.
Diese Pferde vertrauten nicht nur ihren Menschen, sie waren auch von einer solch guten Kostitution,
das sie selbst in einem Moment wie dem Krieg, hierzu in der Lage waren.

Die Gesundheit der Pferde damals kam aus der Natur und dem artgerechten Lebenswandel,
aus der Viefalt der Narhung, die nicht nur aus grünem Gras bestand, sondern aus vielen verschiedenen
Gräsern, Sträuchern, Blumen, Kräutern, Blättern, Früchten, Knollen, Ästen, Beeren, Wurzeln und Knospen.
Damals sahen bunten Blumenwiesen und Wegesränder noch anders aus, als heute.
Getreide spielte in der Ernährung der Pferde damals die geringste Rolle, hatte man als Mensch doch selbst kaum genug zum leben und kam nicht auf die Idee, den Hafer dem Pferd in den Trog zu kippen...
Und woher kommt das Sprichtwort "Den sticht der Hafer"?
Von allen Getreidearten sagt man dem Hafer nach, er mache die Pferde "wild".
Abgesehen davon das Rivaldo OHNE Hafer und überhaupt Getreide frischer, fitter und munterer ist, als mit,
ist die Ursache sicherlich eher in einem Überschuß an Energie zu suchen, doch in der Tat sagen Wissenschaftler dem Getreide sog. "Gehirnaffektionen" nach:
"Zu hohe Mengen an Eiweiß, lassen unterkontrolliert sogenannte biogene Amine entstehen,
wie zum Beispiel Histamin, Cadaverin oder Tyramin, welche eine gewisse Verwandtschaft
mit bewusstseinsverändernden Drogen haben und zu sonderbarem Verhalten führen können.
"



Überall ließt man heute nun aber schon immer mehr und immer öfter (endlich!) wie wichtig Raufutter ist
und dass die Kraftfuttergaben möglichst gering zu halten und über viele Gaben pro Tag zu verteilen sind,
weil die Pferde sonst Probleme bekommen. Aber warum überhaupt Pferden Getreide füttern?
Weil unsere Sport - und Freizeitpferde mehr leisten, als Pferde in freier Wildbahn??
Ich persönlich bezweifle sehr, das, wir Freizeitreiter mal sowieso, aber auch eine Isabell Wert & Co.
die Pferde soooo stark beanspruchen und ihnen eine solch imense Leistung abverlangen,
als dass unsere Pferde mehr Energie verbräuchten, als Wildpferde!
Vielleicht weil sie heute größer und schwerer sind, als das Urpferd?
Nicht wirklich. Der Nordpferdetyp wurde damals bereits bis zu 170 cm groß!!
Ein Wildpferd ist in permanenter Bewegung, auf Futtersuche oder auf der Flucht vor Raubtieren,
dabei ist es ständig heftigen Klimareizen ausgesetzt, Rangkämpfen mit anderen Pferden,
Stuten gebären ihre Fohlen und ziehen sofort mit der Herde weiter, Sommer wie Winter
und wir glauben ernsthaft unsere wohlbehüteten (Boxen-)Pferde mit ein bisschen Auslauf und Reittraining
wären größeren Belastungen ausgesetzt und benötigten MEHR Energie?
Selbst Offenstallpferde oder Pferde in Paddockboxen bewegen sich nicht annährend so viel,
haben nicht im entferntesten einen so hohen Grundumsatz, wie ihre wilden Artgenossen.
Und was ist All das im Vergleich zu den oben erwähnten Kriegspferden, welche unfassbares vollbrachten.
Zudem weiden unsere Freizeit- u. Sportpartner heute auf den grünsten und immer grünen Wiesen,
mit einem Überangebot an Energie, aber einem erheblichen Mangel an Vielfalt der Pflanzenarten und Vitalstoffen.
Aber selbst mal angenommen, man meint, man muss seinem Pferd MEHR Energie zuführen,
weil es durch die Leistungsabfrage des Menschen so viel verbraucht: Warum dann Getreide?
Warum füttert man dann nicht mehr von dem, was Pferde schon seit Urzeiten fressen?
Warum kippt man stattdessen kiloweise Getreidekörner in die Tröge?
Obwohl ich mich in der Distanz - oder Wanderreitscene nicht besonders auskenne,
kommt diese Art von Training dem natürlichen Lebenswandel eines Pferdes in freier Wildbahn
in meinen Augen doch sehr nahe, eben gerade wegen der vielen Bewegung (der Mensch/Reiter läuft hier sehr viel neben dem Pferd her!) - und was füttern diese Menschen hauptsächlich? HEU statt Getreide!
Ach! Mit der Begründung, dass die Energie aus dem Raufutter langsamer freigesetzt wird,
als aus Getreide (Stärke, Zucker) und den Körper auch weniger belaste (Glykämischer Index),
zudem ist Heu DER Elektrolytlieferant schlechthin. Denn durch die enorme Wasserbindungskapazität
- ein Kilogramm Heu bindet ca. zweieinhalb Kilogramm Wasser - bildet die Faser-Wasser-Füllung des Dickdarms ein Wasser- und Elektrolytreservoir.

Überhand nehmen aber auch immer mehr die Stoffwechselerkankungen oder Unverträglichkeiten beim Pferd,
wie Equines Metabolisches Syndrom (EMS), Cushing Syndrom (ECS), PSSM, Rehe, Insulininsuffizienzen,
Magengeschwüre, Fettpolsterbildung, Fellwechselstörungen, Kreuzverschlag, Mauke, etc.,
welche auf relativ wundersame Weise "geheilt" werden können bzw die Pferde offensichtlich symptomefrei werden, wenn sie getreidefrei ernährt werden und nicht mehr stundenlang auf Hochleistungswiesen grasen!
Und warum nennt man diese Erkrankungen wohl "Wohlstandskrankheiten"?
In der Ursachenforschung wird der Glykämische Index als Hilfe hinzugezogen.
Wissenschaftliche Studien sind sehr beliebt, geben sie Sicherheit und man selbst muss den eigenen Kopf
weniger anstrengen, denn schlaue Professoren haben das ja bereits getan, doch auch diese klugen Köpfe
kommen ganz langsam auf den Trichter, dass Getreide und Zucker nicht das richtige Futter für Pferde sind:
Das Kentucky Equine Research Institut (KER) bestätigt in der Forschung,
dass eine stärkereduzierte Fütterung Vorteile für das Leistungspferd bringt.
Steigt der Blutzuckerspiegel nach der Aufnahme eines Futtermittels nur gering an, ist es als niederglykämisch zu beurteilen. Dieses ist der Fall bei Fütterung von Heu und Stroh, sowie bei den Pflanzenteilen wie Blättern, Rinden, Blüten, Knospen, Ästen, Knollen, Farnen, Flechten, Moosen, Wurzeln, Kräuter, Samen und Beeren.
Futter mit einem hohen Stärke- bzw. Zuckeranteil, wie dem Getreide oder
auch dem frischen, jungen (Hochleistungs-) Wiesengras, gelten als hochglykämisch.
Futter mit einem hohen Fett, bzw. Faseranteil gelten als niederglykämisch.
Rohfaserreiche Fütterung führt zu einer Verringerung der Schweissbildung und Kohlendioxidproduktion,
denn der Pferdekörper ist auf diese Art von Nahrung ausgelegt und muss nicht mit Substanzen kämpfen,
die er nicht oder nur mit sehr viel Aufwand verstoffwechseln kann.
Für das Pferd bedeutet dies größere Atemreserven und eine Schonung der Energiereserven.
Die Kohlendioxidausatmung gilt auch als Indikator für die Übersäuerung des Körpers.
Untersuchungen zeigten, dass sich eine niederglykämische Fütterung positiv auf Ausdauer und Spurtreserven auswirkt, da es zu einem geringeren Anstieg von Milchsäure (Laktat) im beanspruchten Muskel kommt.
Wird Stärke in Abwesenheit von Sauerstoff, also unter anaeroben Stoffwechselbedingungen,
zu Milchsäure abgebaut, kann diese in Muskelzellen Krämpfe und Verspannungen verursachen.
Ebenso wurde festgestellt, dass die Glykogenreserven im Muskel (tierische Stärkereserven) geschont werden.
Die niederglykämische Fütterung verringert den Anstieg des Stresshormons Cortisol im Blut,
da die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse verringert ist.
Weniger Stress bedeutet für das Pferd mehr Gelassenheit und eine Schonung des Herzens.

Die "Wohlstandskrankheiten" der Pferde nehmen zu und werden immer vielfältiger,
von einer Krankheit, welche durch gutes Heu at libitum (kein Heu von Hochleistungswiesen)
hervorgerufen wurde, habe ich dagegen noch NIE gehört!

Alle Veränderung erzeugt Angst.
Und die bekämpft man am besten, indem man das Wissen verbessert.
(Ihno Schneevoigt)

Die genannten Erkrankungen sind Folgeerscheinung einer gestörten Darmtätigkeit.
Bekannt ist, dass bei einer getreidelastigen Fütterung, häufig die Stärke nicht vollständig im Dünndarm verdaut wird und ein Teil Reststärke in den Dickdarm gelangt, wodurch sich das Gleichgewicht der Mikroorganismen verschiebt.
Es bilden sich vermehrt Gase, welche zu Blähungen führen, besser bekannt als Gas-Koliken.
Selbst bei optimalem Aufschluss eines Futtermittels hat das Pferd nur begrenzte Möglichkeiten hohe Stärkeanflutungen z.B. durch Hafer, Gerste zu verdauen (Sarai Fauerbach / Dr. Susanne Weyrauch).
In Rivaldo´s Futterration (inkl. Getreide) hatten wir immer einen Proteinüberschuss, welchen ich, egal wie sehr ich hin und her rechnete, nicht los wurde. Eiweiss- und Stärkeüberschüsse haben viele negative Folgen,
z.B. übersäuert der Blinddarm bei zu viel Stärke, es kommt zu Verspannungen und Schleimhautreizungen,
Verdickungen und schließlich zur Entzündung der Darmschleimhäute.
Magengeschwüre werden mittlerweile im starken Zusammenhang mit einer getreidereichen Fütterung gesehen, während die Bildung von Toxinen, Auslöser sind hier wieder die Hochleistungsgräser, zu Stoffwechselproblemen führt und damit die Auslösung einer Hufrehe begünstigt.
Die Folgen eines gestörten Darmmilieus sind auch eine verringerte Resorption der Nährstoffe,
sprich im Pferdeorganismus kommt weniger an, als wir meinen, über die Fütterung abzudecken.
Dazu gehören wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente.
Auch die Vitaminresorption im Dickdarm wird beeinträchtigt.
Mikroorganismen in einem gesunden Darmmilieu sind der Lieferant großer Mengen der B-Vitaminen für das Pferd.
Ist die Darmflora gestört, kommt es zu Mangelerscheinungen vorallem bei den B-Vitaminen, welche für die unterschiedlichsten Abläufe des Zellstoffwechsels, Zellatmung, die Blutbildung, das Immun- u. Nervensystem und den Appetit des Pferdes, sowie für die Fell- und Hufqualität verantwortlich sind. Dazu gehört u.a. auch das Vitamin B7, besser bekannt als Biotin, welches an jeder Ecke ja fleissig beigefüttert wird.
Warum ausgleichen? Warum füttert man nicht artgerecht und lässt solche Probleme erst gar nicht entstehen?

Einen Eiweissüberschuss hat man schnell, bereits durch junges Gras, auf welches sich die Pferde freuen und stürzen (erst ab 30 cm gilt Gras als lang genug, um beim Pferd die Verdauung zu optimieren), aber eben auch durch die Fütterung von Getreide z.B. Hafer, Weizenkleie oder Extraktionsschroten, wie sie in fast in allen gängigen Müsli´s enthalten sind.
Bei einem Eiweissüberschuss sind die Darmbakterien gezwungen, Eiweiße zur Energiegewinnung heranzuziehen und stoßen das nicht verwertbare Stickstoffende als Ammoniak ab.
Der anfallende Ammoniak wird von der Darmschleimhaut aufgenommen und geht in die Blutbahn.
Der Körper meldet Alarm (Toxine) und in der Leber beginnt der Umbau zu Harnstoff.
Dieser wird durch die Niere ausgeschieden. Pieselt dann das Pferd, gelangt der Harnstoff in die Einstreu und wird von den dort lebenden Mikroorganismen wieder zu Ammoniak umgebaut. Und dieser Ammoniak schädigt dann wiederrum das Hufhorn und beim Einatmen auch systematisch das Lungengewebe.
Abgesehen davon werden Leber und Niere durch diesen überflüssigen Prozess belastet.
Der Hufrehe sind nebenbei Tür und Tor geöffnet. Anzeichen einer gestörten Darmflora und damit falschen Fütterung können angelaufene Beine, Gallen, Fühligkeit der Hufe, Mattigkeit, Muskelzittern, Spannungen, ein aufgeblähter Bauch, Kotwasser, Durchfall und natürlich Koliken sein, um nur einige zu erwähnen.



Rohfaser und Vielfalt sind die Antwort!

Kurzkettige, sog. flüchtige Fettsäuren werden aus der Rohfaser im Darm des Pferdes von Mikroorganismen gewonnen und liefern dem Pferd den Löwenanteil an benötigter Energie. Denn rein chemisch gesehen gehört Rohfaser zu den Kohlenhydraten. Bakterien im Blind- und Dickdarm des Pferdes spalten die Molekülketten von Cellulose und Co. voneinander ab. Von der freiwerdenden Energie lebt die Darmflora!
Die dabei entstehenden freien Fettsäuren werden vom Darm des Pferdes aufgenommen und in die Leber transportiert. Von hier aus können sie entweder direkt zur Energiegewinnung verwendet oder gespeichert werden. Es erfolgt im letzteren Fall eine Umwandlung in Fett oder sogar in Zucker, bzw. in tierische Stärke, also Muskelglykogen. Mehr dazu in den Details der einzelnen Futterkomponenten: Heu & Stroh!



Wie also ernähren?

Back to the roots and let nature be my guide!
Gras, getrocknet und frisch von guten, artenreichen Wiesen (also keine Hochleistungsweiden)
ist und bleibt die Nr. 1 und das natürlichste Futtermittel für Pferde überhaupt.

Die Fütterung sollte sich am natürlichen Nahrungsspektrum des Pferdes orientieren!
Auf Chemie oder synthetische Stoffe, wie z.B. Mineralfutter aus dem Labor oder Müsli´s aus buten Säcken, sowie Getreide sollte verzichtet werden!


Pflanzenfasern rein organischen Ursprungs, Abwechslung und Vielfalt sind die Antwort:
Nr. 1: Viele verschiedene Gräser in jeder Form (Heu, Stroh, Heucobs) und dann
- Äste, Blätter, Stiele, Sträucher, Blüten, Knospen, Farne, Flechten, Moose, Wurzeln und Rinden
- Samenkörner, wie Leinsamen, Schwarzkümmelsamen oder Sonnenblumenkerne
- Knollengewächse, wie Rote Beete, Pastinake, Möhre, Sellerie oder Meerrettich
- Beeren und Früchte wie Hagebutten, Holunderbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren oder Berberitzen
- Lecksteine aus Natursalzblöcken oder Meersalz
- Sesionale Kräuter, wie sie das Pferd in im Wechsel der Jahreszeiten auch finden würde
- Algen, welche jedes Pferd beim Saufen aus Seen und Flüssen, vorallem auch die Nordpferdetypen regelmässig zu sich nehmen würden


Mit unserem 'Futter Natur' haben wir das natürliche Nahrungsspektrum des Pferdes abgebildet!


Gerne sind wir Ihnen bei der Auswahl einzelner Komponenten und der individuell angepassten Fütterung Ihres Pferdes behilflich.

Geschichte des Wildpferdes
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