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"Alles ist besser als die Box - und wirkt sich mit Sicherheit positiv auf ihre Tierarztrechnung aus!"
(Dr. G. Heuschmann)



Entwicklung in Bildern:


Die Hütte:

Da eine feste, massive Holzkonstruktion nicht möglich war, haben wir Rivaldo´s Offenstall nach dem Vorbild einer mobilen Weidehütte anfertigen lassen. Sie steht heute an genau der Stelle, an der damals sein Outdoor- Heunetz hing. Die Hütte ist mit dieser grünen Plane keine Schönheit, auch steht sie ein bisschen schief,
doch das alles stört Rivaldo nicht im Geringsten und wir sind unglaublich froh, dass Rivaldo nun einen Wetterschutz für die Nacht hat ;o). Das Gerüst der Hütte besteht aus bruchsicherem Alluminium.
Auf der Betonseite ist es im Boden und mit der angrenzenden Hütte von Rivaldo´s bestem Freund Ben fest verschraubt.
Auf der Sandseite wurde in zwei Eimer hinein betoniert, welche im Boden tief versenkt und mit einer Eisenstange zusätzlich stabilisiert wurden. Trotz starkem Festzurren der Plane, raschelte es anfangs ganz ordentlich bei stärkerem Wind und die Plane beulte sich oft nach innen durch, was Rivaldo´s Bewegungsspielraum in der Hütte einschränkte. So wirklich Angst hatte er natürlich nicht vor dem Geraschel, kennt er Planen ja und ist grundsätzlich natürlich auch eher ein Held, als ein Angsthase ;o), aber so richtig heimisch werden, sich geborgen und geschützt fühlen, das konnte er sich dann doch unter diesem Umständen nicht so wirklich :o( Zudem sagte sich im März 2010 Orkantief "Xynthia" an ... Eine Lösung musste also her!
Die Hütte wurde rum um Sturmsicher gemacht. Es wurden Kanthölzer, dicke Bohle und Holzplatten an den Innenseiten verschraubt, die Decke wurde mit Latten vollständig von innen verstärkt und oben auf kamen schwere Betonplatten zur Beschwerung zum Einsatz. Jetzt raschelt nix mehr und Rivaldo kann sich endlich sicher wie in "Abrahams Schoß" fühlen, was er auch sichtlich tut :o))). Letzter Arbeitsschritt für die Hütte war im Mai das Anpinseln der Wände mit einem biologischen Holzöl, welches man auch für Kinderspielzeug verwenden kann. Es schützt das innenliegende Holz vor einfallendem Regen, wenn der Wind ein Mal ungünstig stehen sollte. Auch wenn es sicherlich schöner und besser geht, sind wir als kurzfristige Improvisationslösung sehr zufrieden mit diesem Offenstall. Die Realisation einer richtigen Holzhütte mit befestigtem Boden, welcher auch den Hufen genügend Bodengegendruck bietet, steht für 2011 an.



Tränke:

Da in die Offenstallregion noch keine Wasserleitungen gelegt sind, trinkt Rivaldo aus einem Bottich vom Boden.
Dieser ist Lebenmittelecht, ohne giftige Weichmacher.
Seine weisse Farbe hat keine optischen Schönheitsgründe, sondern man kann schlicht verschmutzes Wasser und Ablagerungen leichter erkennen. Sein Bottich steht in größtmöglicher Entfernung zu seinem Heunetz und der Hütte, um auch hier wieder Bewegungsanreize zu schaffen.



Raufutter:
Rivaldo´s Großraumheunetz hängt am sonnigsten Platz im Inneren des Offenstalls, womit das Heu regengeschützt ist. Die Maschenweite beträgt 4,5 cm, welche nach unserer Erfahrung optimal ist,
wenn nicht sogar noch kleiner, jedoch ist dieses auf dem Markt aktuell nur schwer zu finden.
(Bei größeren Maschen besteht so gut wie kein Unterschied mehr zur losen Heufütterung und die Gefahr für das Pferd mit den Hufen, auch den Barhufen, darin hängen zu bleiben, würde bei größeren Maschen bestehen.)
Auf Qualitäten achten!
Unsere Erfahrungen mit den verschiedensten Heunetzanbietern zeigten, dass viele Netze nicht stabil genug gearbeitet sind und reißen. In einem zerissenen Netz mit den Hufen hängen zu bleiben, kann lebensgefährlich für ein Pferd sein. Auch zeigte sich bei diesen Tests, dass viele Netze an Substanz verlieren und die verknoteten Seile immer dünner wurden. Beim ständigen Heufzupfen löste sich also immer ein wenig des Materials (Kunsttoff - PPM) ab, welches dann in den Mägen der Pferde landet; nicht wirklich gesund!!

Durch die Fütterung mittels Netz hat Rivaldo auch die ganze Nacht ein ständiges Raufutterangebot.
Dadurch, dass quasi jeder Heuhalm büschelweise erzupft werden muss, wird das einspeicheln verbessert, die Geschicklichkeit geschult, Langeweile vorgebeugt und interessanterweise ist zudem der gesamte Pferdekörper mehr in Bewegung, als wenn das Pferd loses Heu vom Boden einfach so aufnimmt. Dank des Netzes bleibt das Heu auch immer frei von Verunreinigungen (Äppeln & Urin), wird nicht verschwendet, weil es in die Einstreu untergewühlt wird und es entsteht mehr Bewegungsspielraum in der Hütte für Rivaldo.
Als Ergänzung zum Heu erhält Rivaldo über Nacht Futterstroh in einer seperaten Ecke am Boden der Hütte.
Tagsüber steht ihm ein Heu-Strohgemisch in den Herdennetzen zur Verfügung.



Böden:
Der größte Teil seines Offenstalls ist mit Matten ausgelegt. Darunter befindet sich unbefestigter Sandboden.
So entsteht in der Hütte eine ideale Drainagesituation, da der Urin durch die Matten im Erdreich versickern kann und die Einstreu so sehr trocken bleibt, es zudem die Amoniakbelastung für Hufe und Atemwege noch weiter senkt. Die Paddockmatten isolieren gleichzeitig den Boden und schützen vor Kälte von unten, wenn Rivaldo liegt. Sie sind relativ hart, vergleichbar einer Tartanbahn auf dem Sportplatz, jedoch weicher als Beton und wasserdurchlässig. Dieser Untergrund ist für die Gelenke und den gesamten Bewegungsapparat sehr förderlich,
da er zwar genügend Wiederstand bietet, jedoch auch Stoßdämpfend und leicht federnd wirkt.
Über die Matten verwenden wir als Einstreu in unterster Schicht eine kleine Menge Langstroh,
worauf wir eine große Menge staubfreies Strohmehl geben. Hiermit sind wir sehr zufrieden.
Das zerkleinerte, gemahlene Roggenstroh besitzt eine vielfach höhere Saugkraft, gegenüber dem normalen Langstroh, wodurch die Amoniakbelastung für Hufe und Atemwege erheblich reduziert wird.
Die Einstreumenge halten wir möglichst gering, um Sehnen und Bandapparat nicht durch einen zu weichen Untergrund zu belasten. Haben Sie als Mensch mal versucht auf einer Matraze zu laufen?
Alleine darauf zu stehen ist schon anstrengend. Ähnlich ist es für ein Pferd.
Die Fläche unter seinem Heunetz ist betoniert, da hier die meiste und größte Belastung für den Boden entsteht.
Zudem erzeugt der Beton natürlich einen viel höheren Bodengegendruck für die Hufe,
welcher ja dringend von den "Blutpumpen" und der Hornkapsel benötigt wird.
Vor und neben der Hütte ist ein Teil des Bodens noch weiter mit Matten befestigt.
Die restliche Fläche besteht aus Sandboden.



Lecksteine:
Rivaldo´s Himalaysalzlecksteine hängen auf Bodenniveau oder liegen direkt am Boden und sind für ihn jederzeit frei verfügbar. Anfangs machten wir uns ein wenig Sorgen, da er selten daran leckte.
Doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass Rivaldo genau weiss, wann er Salz braucht und wann nicht.
Es gibt Phasen, in denen nutzt er sie intensiver und solche, da nutzt er sie kaum.
Die Erfahrung zeigt, dass es sich lohnt den Instinkten des Pferdes zu vertrauen, denn sie wissen,
was, wann und wieviel sie etwas brauchen.



Trog:
Rivaldo hat selbstverständlich keinen fest installierten Trog in Hüfthöhe, sondern frisst seine tägliche Ration 'Futter Natur' (Getreidefrei!) mit Kräutern aus einem Eimer (lebensmittelecht) vom Boden.
Um ein Umwerfen durch Rivaldo oder starken Wind zu vermeiden, wurde ein Ring in die Offenstallwand verschraubt und der Eimer mit einem Karabiner versehen. So lässt sich der Futtereimer leicht ein- und aushacken, um ihn zu befüllen und zu reinigen.



Licht:
Obwohl zum Offenstallgelände weder Wasserrohe, noch Strom verlegt sind, haben wir dennoch Licht.
Es lässt sich über einen ganz normalen Schalter an und aus knipsen!
Eine sehr innovative Geschichte, denn misten und abäppeln im dunkeln mit Taschen-/Kopflampe ist nun passe.
An der Decke der Hütte sind LED-Strahler montiert, welche sich nicht erwärmen und so keine Bandgefahr besteht. Gespeisst werden die Strahler durch eine mobile (12V-)Batterie,
welche wider erwarten bereits seit knapp einem Jahr Einsatz immer noch hält.





"Der Panther"
(Rainer-Maria Rilke)

Sein Blick ist vom vorübergehen der Stäbe so müde geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist es, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz um eine Mitte, in der betäubt, ein grosser Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf, dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille und hört im Herzen auf zu sein.

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