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Rivaldo ist auch zur Winterzeit 24 Stunden draußen an der frischen Luft, kann sich bewegen wie er lustig ist und selbstverständlich jederzeit mit seinen Artgenossen in Kontakt treten. Wobei - natürlich bitte weniger treten ;o)!
Die Herde (8-9 Wallache) kann sich frei auf einem großen Sandpaddock (Größe ca. 1300 qm) bewegen.
Die Gemeinschaft aus Wallachen unterschiedlichen Alters, Nord- und Südpferdetypen harmoniert sehr gut.
Bei der Zusammenstellung der Gruppe wurde hier auf ein ausgeglichenes Verhältnis geachtet.
Die Pferde betreiben untereinander Fellpflege und es sind intensive Freundschaften zu beobachten.
Die Stutenherde ist wie im Sommer direkt angrenzend, mit Nasenkontakt und "Quietschgarantie". :o)

Im November endet auch für Rivaldo die Weidesasion und damit die ständige Aufnahme von Wiesengras.
Das Verdauungssystem des Pferdes ist jedoch das Gleiche, Sommer wie Winter und auf eine fast permanente Futteraufnahme ausgerichtet. Anders als beim Menschen oder dem Hund bildet der Pferdemagen stetig Magensäure! Die Säure greift den empfindlichen Verdauungstrakt des Pferdes an, wenn kein Futter den Magen erreicht - die Hauptursache der gänigen Erkrankung bei Hauspferden: Magengeschwüre!
Wissenschaftlich erwiesen ist bereits, dass Fresspausen ab 4 Stunden höchst gesundheitsschädlich sind!
Doch auch unter 4 Stunden leidet das Verdauungssystem und auch die Psyche des Pferdes.
Während des grasens auf der Weide sind die Pferde permanent in Bewegung, welches für die "Blutpumpen" in den Hufen, sowie für den gesamten Bewegungsapparat ideal ist. Darauf ist die Anatomie des Pferdes seit ewigen Zeiten ausgelegt! Dies ist die Natur des Pferdes! Gelenke können nicht steif werden, Muskeln, Sehnen und Bänder sind immer aufgewärmt und "startklar". Die Durchblutung im gesamten Körper ist optimal und der Lymphfluss in natürlicher Strömung. Durch den ständig gesenkten Kopf ist der lange Rückenmuskel (longissimus dorsi), sowie die gesamte Oberlinie (inkl. Dornfortsätze) pysiologisch gedehnt, die Zahnreihen treffen perfekt aufeinander (keine unnatürliche Zahnabnutzung), Speise- und Luftröhre liegen physiologisch, so dass Atmung und Futteraufnahme ungestört ablaufen können und selbst die Druckverteilung auf die Hufe, damit auch auf die Knochensäule ist natürlich und Art entsprechend.
Doch im Winter stehen die Pferde auf vielen Paddocks leider oft nur gelangweilt herum, bewegen sich wenn eher spontan und schnell und häufig fehlt das Raufutterangebot gänzlich :o(
"Kaltstart´s" sind Gift für jedes gesunde Gelenk, um einiges mehr noch, für Gelenke mit Veränderungen (Arthosen)!
Ohne Rauffutterangebot in Bodennähe werden Kopf und Hals auch eher waagerecht
oder sogar leicht erhoben gehalten und die Pferde neigen in der zweiten Jahreshälfte
dann zu langen Lösungszeiten und Verspannungen durch die unpsysiologische Haltung.
(Verspannte Rücken- und Bauchmuskeln, Magenschmerzen durch zu viel Säure, Verkrampfungen im Schulterbereich (Kopf-Arm-Muskel) etc.) Auch auf die Hufe hat die nicht pferdgerechte Haltung Auswirkungen:
Bei erhobenem Kopf lastet auf den Trachten mehr Druck, die Zehen werden zu wenig, der gesamte Huf ungleich belastet, entsprechend wirkt sich diese Fehlbelastung auf die gesamte Knochensäule aus.

"Die Sommer-Rennstrecke" bei Schnee - Hier fetzt Rivaldo mit seinen Kumpels, zur Wiesenzeit rauf und runter ;o)


Den Winterauslauf von Rivaldo teilt ein Stichzaun in zwei Hälften, wodurch eine Art Rundlauf entsteht,
welcher zu Bewegung annimiert und den großen Paddock in unterschiedliche Bereiche, z.B. Ruhezonen strukturiert.
An diesem freistehenden Stichzaun sind 5 Großraumheunetze, wie an einer Perlenkette aufgereiht, montiert.
Da die Heunetze so von zwei Seiten genutzt werden können, gibt es für 8 Wallache 10 Fressplätze.
Dies sichert auch dem rangniedrigsten Pferd einen Fressplatz und vermeidet Futterneidkämpfe.
Befüllt sind die Netze mit ausreichend Heu und Stroh im Verhältnis 3:1, so dass ein dauerhaftes Raufutterangebot für jedes Pferd immer vorhanden ist.
Wichtig für den Dauerfresser Pferd, der durch längeren Fresspausen gesundheitliche Schäden nimmt.
Langeweile, Magengeschwüre, Agression, aufgeblähte Hungerbäuche, Stereotypen wie Koppen oder Weben haben so keine Chance und durch die bodennahe Fressposition wird der Pferdeanatomie Rechnung getragen.
Zwischen aktiven Spiel- und entspannten Dösephasen rotieren die Pferde immer wieder um den 'Heuzaun' herum und sind so in einer ruhigen, kontunierlichen Bewegung - ganz entsprechend ihrer Natur.

Auf Hygiene wird streng geachtet: Alle Äppel auf dem Herdenareal werden täglich abgesammelt
und die Bereiche unter den Heunetzen werden täglich gereinigt, damit Heureste nicht untergetrampelt werden.
Dies würde auf Dauer eine Matschfläche entstehen lassen, welche Mauke und Fäulinis Tür und Tor öffnet.

"Licht, Luft, Laufen - die drei elementaren L" - Haltungspraxis der Uelzener Versicherung [1.375 KB]



Przewalski Wildpferde im Auswilderungsprojekt - Tennenloher Forst, Erlangen / Foto (c) Torsten Bittner


Zum Auswilderungsprojekt: Wildpferde Tennenlohe

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